„Würde ich dasselbe machen wie der Daniel (Stahl), würde ich immer verlieren“

Lukas Weißhaidinger hat mit seiner Bronzemedaille bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Doha, österreichische Sportgeschichte geschrieben. Seine Disziplin, der Diskuswurf, hat eine 3000-jährige Geschichte und wurde schon von Homer beschrieben. Die richtige Wurftechnik ist heute das Geheimnis des Erfolges. (Titelbild: ÖLV/von der Laage)

Der Innviertler Lukas Weißhaidinger, hat ihn in unsere Wohnzimmer fliegen lassen – den Diskus. Mit seiner Bronze Medaille bei den Leichtathletikweltmeisterschaften in Doha hat er österreichische Sportgeschichte geschrieben. Noch nie zuvor gelang es einem männlichen, österreichischen Leitathleten bei einer Weltmeisterschaft einen Podestplatz zu ergattern.

Der Diskuswurf gehört zu den ältesten olympischen Sportarten. Schon vor gut 3000 Jahren, wurde bei den antiken Olympischen Spielen, der Diskus geworfen. Auch bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, im Jahr 1896, war der Diskus mit dabei. Der griechische Dichter Homer beschrieb ihn als kreisrunde, linsenförmige Scheibe aus Stein oder Metall. Zahlreiche antike griechische Statuten zeigen Diskuswerfer. Schon damals variierten Größe und Gewicht der Wurfscheibe, je nach Benutzer.

War der Diskus in der Antike noch aus Stein und bis zu 5,7 kg schwer, ist er heute ein in Form und Gewicht genormtes Sportgerät. Der Diskus hat ein Gewicht von 2 kg für Männer und 1 kg für Frauen. Für Jugendliche und Senior gibt es eigene Gewichtsklassen. Ein moderner Wettkampfdiskus besteht aus Kunststoff oder Holz und hat einen Ring aus Messing oder Stahl. Die Außenkante ist, wie bei seinem antiken Vorbild, abgerundet und in der Mitte befindet sich beidseitig ein Metalleinsatz. Die Flugeigenschaften werden heute mit Hilfe von Computermodellen optimiert. Der Diskus muss auch symmetrisch sein. Diese Regel sorgte bei der Leichtathletik-WM Ende September in Doha für eine heftige Diskussion. Aufgrund einer kleinen Delle wurde Weißhaidingers Diskus als beschädigt beanstandet. Die Verwendung wurde untersagt und der Sportler war gezwungen auf seinen Ersatzdiskus auszuweichen.

Ein optimales Sportgerät ist die Basis für einen guten Wurf. Eine viel größere Bedeutung kommt jedoch der Wurftechnik zu. Diese hat sich im Laufe der Jahre verändert. Ursprünglich wurde, im griechischen Stil, aus dem Stand geworfen. Erst später entwickelten sich Techniken mit einer Viertel- bis zur heute üblichen eineinhalbfachen Drehung. Der Diskus wird mit den letzten Fingergliedern gehalten. Um einen besseren halt zu haben, benutzt Lukas Weißhaidinger ein spezielles Harz. Die meisten Athleten werfen mit Magnesium. Der Grund dafür liegt in der Spannweite des Österreichers. Im Vergleich mit dem WM-Sieger Daniel Stahl, hat er mit 2,08 Metern, gut 15 cm weniger Spannweite. Doch zwei Zentimeter mehr an Spannweite bedeutet im Diskuswurf einen Meter mehr an Wurfweite. Dieser Nachteil der geringen Spannweite, muss mit einer besseren Wurftechnik kompensiert werden. „Würde ich dasselbe machen wie der Daniel, würde ich immer verlieren“, sagt Weißhaidinger.

Der Wurf muss innerhalb einer Minute ausgeführt werden. Die Kunst beim Diskuswurf besteht darin, nicht nur mit viel Kraft zu werfen, sondern aus dem Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Nicht zuletzt ist auch der richtige Moment des Auslassens wichtig. Weißhaidinger selbst hat 2018 seine Wurftechnik umgestellt. „Ich schau bei meiner Technik, dass ich eine Ebene nach unten dazu gebe. Das Zweite ist, dass die Drehung in Impulsen gemacht wird. Eine Kombination aus maximaler Beschleunigung und, im Idealfall, maximaler Geschwindigkeit und ein weiter Wurf“, so beschreibt der Athlet sein Erfolgsrezept.