E-Rolli Fußball – Mit Teamgeist und Geschwindigkeit

E-Rolli Fußball ist rasant, dynamisch und unterhaltsam anzusehen. Die Einzigartigkeit des Spiels ermöglicht es allen Altersgruppen, Behinderten und beiden Geschlechtern, gemeinsam zu spielen. In Österreich gibt es seit drei Jahren sogar eine eigene Liga. (Titelbild: ERFÖ)

Angeführt von ihren Mannschaftsführern ziehen die Teams entlang der Mittellinie ein. Jeweils vier Spieler stehen sich auf dem Spielfeld gegenüber. Der Fußball liegt auf dem Mittelpunkt. Ihr Spiel heißt E-Rolli Fußball und basiert – mit kleinen Abweichungen – auf den gleichen Regeln wie Fußball. „Was mir besonders gut gefällt ist die Geschwindigkeit und, dass es ein Teamsport ist“, sagt Martin Ladstätter, der Kapitän des österreichischen E-Rolli Fußballnationalteams über den Sport. Er beschreibt damit gut, was dessen Faszination ausmacht.

Aus Powerchair Football wird E-Rolli Fußball

Dass man in Österreich E-Rolli Fußball überhaupt spielt, geht auf eine Initiative von Matias Costa vom österreichischen Behindertensportverband und Doris Fritz zurück. Durch ein YouTube-Video auf den Sport aufmerksam geworden, ließ beide die Idee, E-Rolli Fußball auch bei uns zu etablieren, nicht mehr los. Nach ersten Trainingsversuchen ohne spezielle Ausrüstung wurden Ende 2012 die ersten Plastikgitter und Bälle, die für das Spiel notwendig sind, gekauft. Im Mai des Folgejahres kommt es dann, im Zuge eines Einführungskurses der FIPFA, der internationalen E-Rolli Fußball Vereinigung, zum ersten offiziellen Match auf österreichischem Boden. Der Sport erfreute sich immer größerer Beliebtheit und im Dezember wurde das erste offizielle Match unter der Spielleitung des Oberschiedsrichters des Europäischen Powerchair Football Association – EPFA, Martin Bevan aus England, gespielt. Die Matchtage wurden mehr und mehr und auch abseits der Hauptstadt fingen die E-Rolli Spieler an, sich zu organisieren.

„Was mir besonders gut gefällt ist die Geschwindigkeit und, dass es ein Teamsport ist“

Martin Ladstätter

Die österreichische E-Rolli Fußballliga

Seit 2017 gibt es eine österreichische E-Rolli-Fußballliga. An zwei Tagen wird jeweils eine Hin- und eine Rückrunde gespielt und der beste Club ermittelt. Im Mai 2019 wurde zum dritten Mal die österreichische Liga im E-Rolli Fußball mit einer Frühjahrsrunde im Landessportzentrum VIVA im Burgenland eröffnet. Neben den Gastgebern, den Wildwheels aus dem Burgenland, traten auch die Steelchairs Linz sowie die Thunder E-agles aus Wien an. Als Neulinge waren die Danube E-agles aus Wien auch mit dabei. Die Finalrunde, die für den 18. April geplant war, musste aufgrund der Coronavirus-Schutzmaßnahmen leider abgesagt werden.

Zwei Teams kämpfen um den Sieg

Das Spiel wird von zwei Mannschaften mit unterschiedlich beeinträchtigten Athleten gespielt. Es gibt weder Alters, noch Geschlechterklassen. An die elektrischen Rollstühle sind spezielle Schutzgitter montiert. Sie dienen zum Spielen des Balls. Der Ball selber ähnelt einem normalen Fußball, nur ist er etwas größer (33 cm), um nicht unter die Rollstühle zu geraten. Ziel des Spiels ist es den Ball über die Torlinie der gegnerischen Mannschaft zu befördern und gleichzeitig die gegnerische Mannschaft daran zu hindern dasselbe zu tun. Die Tore sind sechs Meter breit und haben keine Querlatte. Jedes Team besteht aus zwei bis vier Spielern am Feld, plus Ersatzspieler. Es werden zwei Halbzeiten gespielt. Diese dauern je 20 Minuten. Um das Spiel dynamisch zu halten, dürfen sich nur zwei Verteidiger gleichzeitig im Strafraum aufhalten. Beim Angreifer gibt es keine Einschränkungen. Die Zwei-gegen-Einen-Regel ersetzt das Abseits, d. h., wenn sich zwei Mitspieler und ein Gegner während des Spiels im Umkreis von drei Metern um den Ball befinden, wird dem Gegner ein indirekter Freistoß zugesprochen. Der Kontakt mit einem anderen Teil des Stuhls, außer dem Schutzgitter, oder das Rammen, sind verboten.

Die E-Rolli Fußball-Europameisterschaft in Finnland

Ein wichtiger Schritt für den E-Rollisport in Österreich war die erste Teilnahme eines Teams an einem internationalen Bewerb. Der European Nation CUP 2019 in Finnland. Als junge E-Rolli Fußballnation galt es seine Position im internationalen Vergleich zu finden. Mit dem siebten Platz in der Vorrunde ging es im Finale dann schließlich in den Kampf um den fünften Platz. Dieser wäre das Startticket für die kommende Weltmeisterschaft in Australien. Mit einem Unentschieden gegen Finnland und einer knappen Niederlage gegen Irland, reichte es am Ende aber nur für den Sechsten Platz. Turniersieger wurde England.

Das österreichische Nationalteam bei der E-Rolli Fußballeuropameisterschaft in Finnland.
Das österreichische Nationalteam bei der E-Rolli Fußballeuropameisterschaft in Finnland. (Bild: ERFÖ)

Neben den Liga-Bewerben gibt es beim E-Rolli Fußball auch den Players-Cup. Dabei werden die Mannschaften aus den gemeldeten Teilnehmern zusammengestellt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Teams gleich stark sind. Die Besonderheit eines solchen Turniers ist, dass die eingespielten Teams gemischt werden und so Einsteiger in diesem Sport auch mit Spielern mit großer, teilweise internationaler, Erfahrung zusammenspielen.

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