ANOC World Beach Games zwischen Schleier und Bikini

Vom 12. bis 16. Oktober finden die ersten ANOC World Beach Games in der Hauptstadt von Katar, Doha, statt. In 14, dem Zeitgeist folgenden, Beach- und Street-Sportarten, streiten Athleten aus fast 100 Nationen miteinander. Mit diesen Spielen schafft Katar, das im letzten Moment für San Diego eingesprungen ist, die Grätsche zwischen Tradition und Moderne.

35 Grad, die Sonne steht hoch am wolkenlosen Himmel. Optimale Bedingungen für einen Strandurlaub, oder vielleicht doch für eine Partie Strandtennis?

In einer Woche beginnen die ersten ANOC World Beach Games. Eigentlich hätte das Multisportevent in San Diego stattfinden sollen. Die Kalifornischen Veranstalter waren aber nicht in der Lage das nötige Geld für den Event aufzutreiben. Daher machte sich die ANOC (Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees) Ende Mai auf die Suche nach einem neuen Austragungsort und wurde bei den Veranstaltern der diesjährigen Leitathletik-Weltmeisterschaft, fündig. So treffen sich 1240 Sportler vom 12. bis 16. Oktober im materiell reichsten Land der Welt, in Katar.

97 Nationen kämpfen in 14 Sportarten um 350 Medaillen. Es geht dabei um Strandsportarten wie Beach-Fußball, -Volleyball, -Handball, -Tennis, Kiteboarden und Wakeboarden, aber auch um für uns ungewöhnliche Disziplinen wie 3*3 Basketball, Aquatlon, Karate Kata und Park Skateboarden.

Fünf österreichische Sportler am Start

Österreich wird bei den World Beach Games in Doha mit einem fünfköpfigen Team – drei Frauen und zwei Männer – in insgesamt vier, uns vertrauteren Sportarten vertreten sein. Jeannie Kessler, mehrfache Österreichische Meisterin und Vorarlberger Meisterin im Freistilringen tritt im Beach-Wrestling an. Johanna Färber, Jugend-Vize-Europameisterin im Bouldern, und Florian Klingler, Gewinner des Austria Cup in Graz, treten im Bouldern an. Auch David Brandl ist mehrfacher Österreichischer Staatsmeister im Freiwasserschwimmen und vertritt unser Land auch in dieser Disziplin in Doha. Der fünfte österreichische Athlet ist Claudio Köstenberger. Als amtierender Staatsmeister im Wasserski Springen tritt er auch in dieser Disziplin an.

Neue Sportarten für Olympia

„Die Beach Games haben in Asien eine lange Tradition, aber in dieser Form ist es ein völlig neues Format mit Sportarten, die künftig in den Kreis der olympischen Sportarten aufsteigen könnten“, sagt ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel.

So befindet sich mit dem Beach-Wrestling, also dem Ringen, eine der ältesten Olympischen Sportarten im Programm. Bei der Strandversion wurden die Regeln so verändert, dass der Sport ohne technische Hilfsmittel überall praktiziert werden kann. Gekämpft wird auch nicht im traditionellen Ringeranzug, sondern in der Badehose, bzw. im Badeanzug.

Zwischen traditioneller Gesellschaft und modernen Trendsportarten

Das lässige Strandoutfit bei den World Beach Games steht in einem krassen Gegensatz zu dem der katarischen Bevölkerung. Männer tragen meist eine „Thawb“, ein knöchellanges weites Gewand. Wenn Frauen das Haus verlassen, ist ein „Abaya“ angebracht. Das ist ein langärmeliges knöchellanges schwarzes Übergewand. Auch Haare und Gesicht werden üblicherweise verhüllt. Für die Sportlerinnen gilt diese Verhüllungspflicht aber nicht. Trotzdem empfiehlt die Doha-Times, sich an die lokale Kleidervorschiften zu halten.

Spannend dürften die Spiele aber auf jeden Fall werden. Vielleicht schaffen es die Verantwortlichen noch Fehler aus der eben abgeschlossenen Leichtathletik-WM zu vermeiden. Die wichtigsten Kritikpunkte lauteten hier: Miese Stimmung, leere Ränge und die große Hitze. Wobei der letzte Punkt, bei den Beach Games, Programm sein sollte.

Wir wünschen allen Athleten gute Spiele und volle Zuschauerränge. Unseren Sportlerinnen und Sportlern wünschen wir viele Medaillen.