Die Kraft der Ringe nützen

Ein Sieg bei den Olympischen Spielen ist wohl das höchste Ziel eines jeden Sportlers. Neben guten Trainingsbedingungen braucht es auch eine gute Organisation. Diese und noch mehr bietet das Österreichische Olympische Comité. (Titelbild: Gepa pictures/Mathias Mandl)

13. Februar 1998, Olympia-Abfahrt in der japanischen Skistation Hakuba. Hermann Maier rast nach vier Tagen wetterbedingter Verschiebungen bei strahlendem Sonnenschein mit Nummer 4 nach 18 Fahrsekunden viel zu schnell auf die S-Kurve zu, rutscht mit dem linken Ski weg und hebt an der Kante ab.

Maier rudert mit den Armen, fliegt 40 Meter durch die Luft, kracht mit der linken Schulter auf die Piste, überschl.gt sich mehrmals, wird über zwei rote Fangzäune katapultiert und bleibt bäuchlings im Tiefschnee liegen. Die Bilder des Sturzes gehen buchstäblich um die ganze Welt. Zwei Tage später wird Hermann Maier trotz Knieschmerzen Olympia-Sieger im Super-G, wieder zwei Tage weiter kommt Gold im Riesentorlauf dazu – der Herminator ist geboren.

24. September 2000, Olympische Segelentscheidung am Rushcutters Bay im Hafen von Sydney, Finaltag. Windsurfer Christoph Sieber lässt sein Segel ins Wasser gleiten, seine Hände gehen fassungslos Richtung Kopf, er lässt sich ins Wasser fallen, um wenig später von seinen OeSV-Segelkollegen, Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher, die zwei Tage zuvor in der Tornado-Klasse ebenfalls Olympia-Gold fixiert hatten, auf den Schultern Richtung Siegerehrung getragen zu werden. Zwei Goldmedaillen für Österreich, die das Alpen-Land für viele wohl unerwartet zu einer See-Großmacht machten.

Roman Hagara, Christoph Sieber, Hans Peter Steinacher (AUT) (Foto: Gepa pictures/Hans F. Punz)

Olympische Momente für Österreich, goldenen noch dazu. Egal ob Sportfan oder nicht, kaum jemand kommt an diesen Bildern, an diesen großen Emotionen vorbei. Schon gar nicht die Sportlerinnen und Sportler selbst. Olympische Spiele sind die größten Sportveranstaltungen der Welt, eine Olympia-Medaille das oberste Ziel, ein Lebenstraum für Athletinnen und Athleten weltweit. 
Damit Österreichs Sportlerinnen und Sportler diesen Traum verwirklichen können, arbeitet das 15-köpfige Team des Österreichischen Olympischen Comité gezielt daran, die besten Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Als eines von weltweit 206 Nationalen Olympischen Komitees und gemäß dem Reglement des Internationalen Olympischen Komitees ist das ÖOC eine unabhängige und selbstständige Organisation. Sie arbeitet als nicht-staatlicher, nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein für Österreichs Sport. Die Finanzierung erfolgt dabei aus Mitteln der Bundes-Sportförderung sowie durch Marketing-Einnahmen im Rahmen nationaler und internationaler Sponsorenprogramme.

„Der Olympische Spirit ist einzigartig, die Kraft der fünf Ringe ist weltweit bei allen Olympischen Veranstaltungen erlebbar. Wir nutzen diese besondere Kraft für Österreichs Sport“, sagt Karl Stoss, der seit 2009 als zehnter ehrenamtlicher Präsident das ÖOC gemeinsam mit seinem Generalsekretär Peter Mennel anführt. Seit 2016 ist der begeisterte Bergsteiger aus Vorarlberg auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, „Unser Ziel ist es, Österreichs Top-Sportlerinnen und Top-Sportler und jene Talente, die auf dem Weg dorthin sind, bestmöglich auf Olympia vorzubereiten und sie bei diesen Großveranstaltungen bestmöglich zu betreuen. Denn nur wenn die Vorbereitung, Ausstattung und Betreuung das Prädikat Weltklasse verdient, sind auch ebensolche Leistungen der Athletinnen und Athleten möglich“, erklärt ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel, dem die Förderung des Nachwuchssports in Österreich ein besonderes Anliegen ist.

„Bei Olympischen Jugendspielen oder Europäischen Olympischen Jugendspielen können unsere Athletinnen und Athleten erstmals Olympia-Luft schnuppern und damit wertvolle Erfahrung für zukünftige Olympische Spiele sammeln“, betont ÖOC-Sportdirektor und Olympiasieger Christoph Sieber. 

„Ausgestattet werden sie dabei wie die Sportlerinnen und Sportler bei Olympischen Spielen. Das ist mehr als ein Zeichen der Wertschätzung unserer Partner und Sponsoren, es ist ein Bekenntnis für die Zukunft des österreichischen Sports“, sagt ÖOC-Marketingleiter und Olympia-Fünfter im Beachvolleyball, Florian Gosch.

Österreichs Talente sind bei diesen Events übrigens höchst erfolgreich: Das Youth Olympic Team Austria holte zuletzt 2018 bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires (ARG) mit 41 Sommer-SporterInnen 11 Medaillen (1 x Gold, 1 x Silber 9 x Bronze), bei den 14. Europäischen Olympischen Jugendspielen in Sarajevo & Ost-Sarajevo (BIH) im Februar 2019 waren es 17 Winter-Sporterler, die 6 Medaillen (3 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze) gewannen. 

Foto: Gepa pictures/Christian Walgram

Die wichtigsten Aufgaben des Österreichischen Olympischen Comité im Überblick

Olympic Teams Austria

Das ÖOC ist für Vorbereitung und Teilnahme heimischer SportlerInnen an Olympia-Veranstaltungen verantwortlich. Seit 2013 wurden 13 Events des Internationalen bzw. Europäischen Olympischen Komitees beschickt, 2019 stehen weitere drei am Programm.


Olympiazentren als Homebase für den Sport

Das ÖOC zertifiziert, evaluiert und koordiniert die Weiterentwicklung und Zusammenarbeit der Olympiazentren. Die sieben Zentren – Olympiazentrum Campus Sport Tirol Innsbruck, Sportland Oberösterreich, Salzburg-Rif, Vorarlberg, Kärnten, Wien-Schmelz und Niederösterreich – betreuen ganzheitlich den Großteil der heimischen OlympiastarterInnen und sind mit sportwissenschaftlichen Olympiaprojekten betraut.

Die Kraft der Marke nützen

Die Vermarktung des „Olympic Team Austria“ erfolgt über die hundertprozentige Tochtergesellschaft des ÖOC, die Olympic Austria GmbH. Die Einnahmen konnten seit 2010 vervielfacht werden. Das ÖOC verfügt derzeit über 17 Partner, internationale Kooperationen bestehen darüber hinaus mit den 13 IOC-Partnern.

Austria House als Olympic Hotspot

Nach der Neu-Konzeptionierung 2012 in London hat sich das Austria House auch in Sotschi 2014, Rio 2016 und Pyeongchang 2018 als internationale Plattform für Sport, Wirtschaft, Tourismus, Politik und Medien etabliert. Das Haus wird ausschließlich aus Sponsoreneinnahmen und Verkaufserlösen finanziert. „Für uns Sportler ist es ein Stück Heimat“, bringt Doppelolympiasieger Marcel Hirscher, der die Gastfreundschaft des Hauses bei bislang drei Olympischen Spielen genoss, die Sache auf den Punkt.

Olympic Solidarity

Fördermanagement ist eine zentrale Aufgabe des ÖOC. Dabei geht es um die Verwaltung von IOC-Förderungszahlungen bzw. um finanzielle Unterstützung aus ÖOC-Eigenmitteln für AthletInnen und deren BetreuerInnen. Außerdem arbeitet das ÖOC in der Expertenkommission und im Aufsichtsrat der Bundes-Sport GmbH aktiv mit.

ÖOC goes (Social) Media

Olympische Begeisterung wird mehr, wenn man sie teilt. Nach diesem Motto arbeitet das ÖOC-Medienteam. Und das höchst erfolgreich. Bei Olympischen Spielen erreicht das ÖOC über die eigenen Social Media-Kanäle (Facebook, Instagram, You Tube) mehr als 5 Millionen Menschen. Dafür ist das Medienteam mit eigenen TV-Kameras auch bei Olympischen Jugendspielen vor Ort, um Content zu produzieren. Neben der olympischen PR- und Kommunikationsarbeit bot das ÖOC in den letzten sechs Jahren mehr als 30 Athletinnen und Athleten individuelle Medienbetreuung. Jede/r der betreuten AthletInnen konnte in der Laufzeit der jeweiligen Kooperation den individuellen Medienwert steigern und zusätzliche Sponsoren gewinnen. 

Unser Ziel ist es, Österreichs Top-Sportlerinnen und Top-Sportler, bestmöglich auf Olympia vorzubereiten