Das Mindset eines Athlethen

Wovon hängt sportliche Leistung ab? Ganz sicher von der körperlichen Verfassung. Die Ernährung spielt eine Rolle. Die Tagesverfassung vielleicht. Das Talent. Der Gegner, die Zuschauer, das Wetter – viele Faktoren können hier genannt werden.

von Philipp Nägele

Ich habe eine Frage an Sie: wer gewinnt in einem Wettkampf, in dem beide Kontrahenten auf dem gleichen Niveau, der gleichen Liga spielen? Ich behaupte, dass der Sieg an denjenigen geht, der im Kopf der Stärkste ist. Derjenige, der im Vorfeld sich um mehr bemüht, als nur das eindeutig Offensichtliche. Denn wir wissen alles über Ernährung, über Trainingspläne und Technik. Wir haben heutzutage sogar die Möglichkeiten, alles im Internet abrufen, was und wann immer wir wollen. Aber was sich im Kopf abspielt, davon wissen wir wenig. Oftmals wissen Athleten auch nicht, dass „Mentales“ trainierbar ist – wie ein Muskel. Und dass es auch hier Werkzeuge und „Trainingspläne“ gibt.

Im deutschsprachigen Raum spricht man selten von Mentalität. Wenn wir von Italienern oder Spaniern sprechen, nennen wir diese heißblütig. Wenn wir von Norwegern, Isländer oder Schweden sprechen, sind sie kühl, trocken, hart und abgezockt. Mentalität und Persönlichkeit sind für mich große Begriffe. Aber noch wichtiger: es ist etwas Individuelles!

Höchstleistung kann nur abgerufen werden, wenn alle Elemente des Athleten perfekt zusammenspielen. Drei Säulen aus der Gesundheit sind eine Grundvoraussetzung, die Ernährung, der Schlaf (oder Regeneration) und die Bewegung (das physische Training). Die Ernährung spielt dabei die Rolle des Tanks. In ein Auto gießen wir auch Benzin, keine Schokoriegel. Unser Bett spielt die Rolle der Steckdose. Jede Nacht laden wir unseren Geist und unseren Körper mit neuer Energie auf. Bestenfalls haben wir einen ruhigen, durchgängigen Schlaf, mit für uns genügend Zeit. Nicht vergessen: auch die durchschnittliche Schlafenszeit ist etwas Individuelles. Mancher kann mit fünf Stunden Schlaf ausgeruht sein, der andere benötigt mindestens acht Stunden. Und die physische Arbeit – das klassische körperliche Training und Technik – rundet die Basis für den Grundstein sportlicher Performance ab.

Aber kaum jemand spricht über das, was sich im Kopf abspielt. Vielleicht ist es immer noch ein Tabuthema. Zumindest wenn man Sportler direkt fragt, bekommt man nicht immer eine direkte Antwort. Man gibt sich nicht gerne preis, oder lässt sich in die Karten schauen. Dennoch liegt hier noch soviel Potenzial brach. Wir alle kennen das Bild des Eisberges. Und wir erinnern uns noch viel mehr daran, was unter der Wasseroberfläche verborgen ist. Nämlich ein mindestens viermal so großer Eisbrocken, im Vergleich zu dem, der „sichtbar“ ist. Und tatsächlich ist es in unserem Kopf ebenfalls so. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Unser Bewusstsein kann im Erwachsenenalter 40 Bits pro Sekunde verarbeiten. Unser Unterbewusstsein schafft aber 40 Millionen Bits pro Sekunde. Erschreckend? Denken Sie an das Potenzial, dass hier verborgen liegt. Was wäre, wenn Sie Zugriff zu diesem „verborgenen“ Eisberg hätten? Welche Möglichkeiten hätten Sie? Was für ein Potenzial könnten Sie abrufen?

Das Ganze hat einen Haken: Unser Unterbewusstsein arbeitet etwas anders, als wir denken. Anders, als wir glauben. Anders, wie wir Bewusstes wahrnehmen. Ich möchte Sie einladen, ab heute hier im Bundessportmagazin – online und im Print – mit mir in die Welt der sportlichen Psyche und des Geistes einzutauchen. In Ihre Möglichkeiten, in Ihr Potenzial.

Philipp Nägele hat 2013 das Studium zum akademischen MentalCoach an der Universität Salzburg erfolgreich abgeschlossen, und arbeitet seit Juni 2013 als selbstständiger akademische MentalCoach mit Sportlern zusammen. Von Fussball über Tennis, Volleyball, Basketball bis hin zu Golf: die Sportarten sind vielfältig und individuell. Fortschritt beginnt im Geist

Wenn Sie sich verändern wollen, Ihre Kompetenzen und Ihren Horizont erweitern möchten, bietet Philipp Nägele Ihnen professionelle Unterstützung dafür an. http://www.philippnaegele.at/

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