Adolf Schmal – Der einzige österreichische Olympiasieger im Radfahren

Von der Idee der antiken Olympischen Spiele inspiriert finden 1896 in Griechenland die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Österreich war dabei mit drei Athleten vertreten. Einem von ihnen gelang es mit einer goldenen und zwei bronzenen Medaillen in die Heimat zurückzukehren.

Alle vier Jahre hielten die Griechen in der Antike zu Ehren des Gottes Zeus Spiele ab. Bis diese für einen heidnischen Brauch gehalten und verboten wurden. Die Kultstätten am Peloponnes, das alte Olympia, verfielen. Wiederentdeckt wurden sie durch den deutschen Archäologen Ernst Curtius. Die Idee der Spiele griff der französische Lehrer Pierre de Coubertin auf und verband damit die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben der Völker. 1894 beschloss das damals neu gegründete Internationale Olympische Komitee die Abhaltung von Olympischen Spielen, nach dem Vorbild der antiken Spiele, im Jahr 1896. 163 Athleten aus 11 Nationen nahmen an den ersten olympischen Spielen der Neuzeit teil. Einer der drei österreichischen Teilnehmer war Adolf Schmal.

Fechtmaske, Säbel und Rennrad

Mit Fechtmaske, Säbel und Rennrad machte sich Adolf Schmal Anfang April 1896 auf den Weg nach Athen, um im Radfahren und im Fechten an den Start zu gehen.
Sein erster Rad-Bewerb war das 100-km-Radrennen am 8. April 1896. Ins Ziel schafften es in dieser Disziplin nur zwei der zehn Starter. Schmal war nicht darunter, er musste aufgeben. Am nächsten Tag fand das olympische Säbelturnier statt. Schnell gewann er die ersten beiden Zweikämpfe. Doch dann passiert etwas, aus heutiger Sichtweise, Unglaubliches. Als der griechische König Georg I., mitten im Turnier, ins Stadion kam, stoppte man kurzerhand alle Bewerbe und trug sie neu aus. Dieses Mal verlor Schmal die beiden ersten Duelle und wurde schlussendlich nur Vierter.

Adolf Schmal auf seinem Rennrad.

Nach einem Ruhetag saß Schmal wieder im Sattel und gewann zwei Bronzemedaillen. Beim Zeitfahren über 333,33 Meter kam Schmal mit einer Zeit von 26 Sekunden ins Ziel. Mit dieser Zeit lag er ex aequo mit Stamatios Nikolopoulos auf dem zweiten Platz. Erst in einem Ausscheidungsrennen gewann Nikolopoulos und Schmal musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben. Die erste Medaille war errungen. Auch im 10-km-Rennen belegte er hinter den beiden Franzosen Paul Masson und Léon Flameng den dritten Platz.

Das 12-Stunden Rennen

Am Montag, den 13. April stand der letzte Bewerb der Spiele auf dem Plan. Das 12-Stunden Radrennen im Velodrom Neo Faliro in Piräus. Die Bahn des Velodroms war 333,33 Meter lang hatte einen Zementbelag und überhöhte Kurven. Das Rennen wurde um fünf Uhr morgens gestartet. Schmal fand gut in das Rennen hinein und konnte sich schon bald von den restlichen Fahrern absetzen. Bereits nach drei Stunden gaben drei der sieben Konkurrenten auf. Am Nachmittag waren nur noch Schmal und sein britischer Konkurrent Keeping im Rennen. Da ereignete sich eine vermutlich einmalige Episode des Radsports. Die beiden Fahrer einigten sich auf eine Pause und setzten danach gemeinsam das Rennen fort. Nach 945 Runden im Velodrom gewann Adolf Schmal mit einer Runde Vorsprung vor Frank Keeping olympisches Gold.

Dem Sport blieb Adolf Schmal auch nach den olympischen Spielen treu. Nach den Olympischen Spielen verlegte er sich mehr auf das Schreiben über den Sport. Er blieb aber bis zu seinem Tod als Buchautor, Journalist und Fotograf dem Sport in all seinen Facetten verbunden.