Wingfoilen – eine neue Ära im Surfsport

Wingfoilen ist eine neue faszinierende Wassersportart, die verschiedene Arten des Surfens vereint. Mithilfe des Foilboards und des Wings (Flügel) gleitet der Sportler über das Wasser. Mit der Gründung des Weltverbands wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt.

Die ersten Foil Wings entstanden bereits im Jahr 1986 unter dem Namen „Wind Weapon“. Damals wurden das Board und das Segel noch mit einem Mast verbunden. Im Gegensatz zu anderen Windsurfboards ließ sich das Segel nicht nur vertikal, sondern auch horizontal wie eine Tragfläche kippen. Daraus entwickelten sich die ersten Boards ohne Mast und der Wing wurde lediglich mit den Händen gehalten. Da sich das Wingsurfen auf klassischen Brettern als äußerst anstrengend erwies, setzte sich die Sportart vorerst nicht durch. Im Jahr 2000 entstand jedoch das sogenannte Foilboard, das sich aufgrund des geringen Widerstands perfekt zum Wingsurfen eignet. Dank des sich unter dem Rumpf befindlichen Foiles (Tragflügel), steigt das Board bereits bei etwas Wind und einer gewissen Geschwindigkeit aus dem Wasser. Der Wing, der vom Fahrer in den Händen gehalten wird, verursacht sowohl Vortrieb als auch Auftrieb, was ein Gleiten entlang des Wassers ermöglicht. Nachdem das Foilboard besonders im Kitesurfen (Fahrer wird von einem Lenkdrachen gezogen) zum Einsatz kam, wurde es im Laufe der Zeit auch zum Wingsurfen genutzt, wodurch der Name Wingfoilen ins Leben gerufen wurde. Inzwischen sind die Flügel aufblasbar und daher deutlich leichter aufzubauen. In den letzten Jahren erlangte Wingfoilen unter anderem durch Videos im Internet weltweit immer mehr an Aufmerksamkeit.

An der Unterseite des Boards ist ein Tragflügel befestigt, der das Steigen aus dem Wasser ermöglicht. Copyright: Syced

Anfänger müssen sich in Geduld üben

Erfahrungen im Wind- oder Kitesurfen sind zum Lernen der Sportart äußerst vorteilhaft. Um sich mit dem Wing vertraut zu machen, wird empfohlen, zu Beginn auf einem Windsurfboard oder Stand-up-paddle zu üben, bevor man zum Foilboard wechselt. Da das Foilbard eine geringe Reibung aufweist, ist beim Wingfoilen weniger Wind erforderlich, als beim Wind- und Kitesurfen. Die Größen der Boards variieren zwischen zwei und fünf Quadratmetern, wobei Topfahrer auf die kleineren Fahrgeräte zurückgreifen. Ein Paket inklusive Foilboard und Wing ist für weniger als 1500 € zu erwerben. Mittlerweile haben sich vier Disziplinen etabliert. Spektakuläre Tricks und Sprünge stehen im Wing-Freestyle-Bewerb im Vordergrund, während beim Wing-Surfing die Fahrer mit ihrem Foilboard über die Wellen reiten. Komplettiert werden die Disziplinen vom Freeriding und den Wing-Foil Rennen, bei denen die Fahrer gegeneinander antreten.

Feierlaune in der Schweiz

Wingfoilen gewinnt weltweit immer mehr an Fans und ist eine der am schnellsten wachsenden Wassersportarten. Die Gründung der „Global Wingsports Association“ im Juni 2020 ist ein großer Meilenstein in der Geschichte des Sports. Im kommenden Jahr soll bereits der erste Wing-Foil World Cup über die Bühne gehen. Gefeiert wurde die Gründung beim traditionsreichen Wassersportevent Engadinwind am Silvaplanersee in der Schweiz. Dort stellte sich die GWA der Welt zum ersten Mal vor und veranstaltete am 16. und 17. August 2020 Rennen und Freestyle-Bewerbe.

Die Sportart wird auch beim jährlich stattfindenden Surf Worldcup am Neusiedler See vorgestellt. Dort können die zahlreichen Zuschauer Freestyle-Tricks bewundern und ein Rennen mit acht Teilnehmern verfolgen. Die heuer geplante Veranstaltung muss jedoch aufgrund des Coronavirus um ein Jahr verschoben werden.

Global Wingsports Association
Wing Foil Contest Engadinwind 2020 (Video)