Tanzen – Das Glück kommt von innen heraus

Für Jasmin Kohlenbrein ist Tanzen vor allem Glück. Bei der kostenlosen Aktion „Bewegt im Park“ teilt sie dieses mit Gleichgesinnten. Ob bei Merengue oder Line-Dance, Tanzen bringt die Menschen zusammen und ist gut für Körper und Geist.

„Was spürt ihr, wenn ihr dasteht?“, fragt Jasmin. „Es ist wichtig zu wissen, was man verwendet“, fährt sie fort. Jasmin spricht vom Tanzen. Ihre Zuhörer gehören zu einer Gruppe von Menschen, die sich zum Tanzen im Wiener Stadtpark eingefunden haben. Unter dem Titel „Latin Fit“ wird heute, unmittelbar neben dem Denkmal des Walzerkönigs Johann Strauss, zu lateinamerikanischen Rhythmen getanzt.

Jasmin Kohlenbrein tanz nicht nur im Park.

Satt im Drei-Viertel wird im Zwei-Viertel-Takt des Merengue getanzt. Die Tänzerinnen und Tänzer stehen in einer Linie nebeneinander. Die Bewegungen folgen der Musik und der Tanzlehrerin Jasmin Kohlenbrein. Aus einem anfangs steifen Schritt werde nach und nach harmonische Bewegungen. Menschen bleiben stehen, manche fangen spontan zu tanzen an. Die lateinamerikanische Musik und die rhythmischen Bewegungen der Tänzer, lassen kaum jemanden kalt.

Das liegt vermutlich daran, dass dem Menschen das Tanzen in den Genen liegt. Getanzt wurde schon immer. Die älteste Darstellung des Tanzes stammt aus dem heutigen Indien und ist vermutlich 4000 bis 7000 Jahre alt. Getanzt wurde bei kultischen Handlungen, zu Ehren der Götter und zum reinen Vergnügen. Heute noch ist Tanz viel mehr als nur ein Sport. Tanzen kann Kunst, Therapie oder Gefühlsausdruck sein. Für Jasmin ist es das Glücklichsein beim Tanzen, dass es ausmacht. „Das Glück kommt von innen heraus“, sagt sie.

Tanzen fördert Körper und Geist

Beim Tanzen wird zwar hauptsächlich die untere Körperhälfte beansprucht, doch auch Rücken und Bauchmuskulatur werden durch die kontrollierte Bewegung des Oberkörpers gestärkt. Die Bewegungen, Tanzschritte, Drehungen und Streckungen aktivieren alle Muskeln. Dies führt zu mehr Stabilität und Kraft. Dies spiegelt sich auch in der guten Haltung von Tänzern wider.

Für die Tanzlehrerin Jasmin hat Tanzen auch einen gesellschaftlichen Aspekt. Sie selbst war ein schüchternes Kind und hat durch den Tanzsport viel an Selbstbewusstsein gewonnen. Diese Erkenntnis bestätigt auch die promovierte Tanzwissenschaftlerin Isolde Reichel, die in ihrer Doktorarbeit die Persönlichkeitsentwicklung durch Tanz untersucht hat. Nicht nur die persönliche Entwicklung wird durch Tanzen gefördert, auch soziale Parameter verändern sich. Berührungsängste und Hemmungen werden abgebaut und ein Gruppengefühl entsteht.

Tanzen macht schlau

Die Hirnforscher Steven Brown von der Simon Fraser University im kanadischen Burnaby und Michael Martinez von der University of Texas in San Antonio haben untersucht, welche Gehirnregionen beim Tanzen aktiv sind. Dabei stellten sie fest, dass beim Tanzen nicht nur die für die Bewegung verantwortlichen Gehirnregionen besonders aktiv sind. Auch die Raumwahrnehmung ist aktiv. Durch das Tanzen zur Musik wird auch der sogenannte Kleinhirnwurm besonders angeregt. „Diese Hirnregion fungiert als eine Art neuronaler Taktgeber“, sagt Steven Brown. Ein weiterer Effekt des Tanzens ist, das die Fähigkeit zum Nachahmen trainiert wird. Besonders bemerkenswert ist, dass es schon ausreicht an das Walzertanzen zu denken, und das Gehirn wird in den gleichen Regionen aktiv, wie wenn man tatsächlich Walzer tanzt.

Den besten Beweis für diese wissenschaftliche Erkenntnis liefert Jasmin selbst. Sie ist nicht nur Tanzlehrerin, sie hat auch ein Masterstudium in Skandinavistik an der Universität Wien absolviert.

Tanzen macht Spaß, ist gesund und bringt Menschen zusammen.

Tanzen verbindet

Egal wie alt man ist, welchen sprachlichen, kulturellen oder bildungsmäßigen Hintergrund man hat. Es geht um das gemeinsame Erleben und Wohlbefinden. Kaum jemand kann sich der Wirkung von Tanz und Musik entziehen. Wenn Menschen miteinander tanzen, zieht dies auch andere Menschen an.

UTSC-Starlight
Österreichischer Tanzsportverband