Rassismus im Sport – Sportler sind so nicht

Der rassistisch motivierte Angriff und der darauffolgende Tod des Afroamerikaners George Floyd, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Auch im Sport ist Rassismus nicht unbekannt. Initiativen wie „Rugby Opens Borders“ und „Skaid“ leisten einen wichtigen Beitrag zur Verminderung von Vorurteilen und schaffen ein besseres Miteinander.

Der gewaltsame Tod des 46-jährigen Afroamerikaners, George Floyd, am 25. Mai 2020, bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis, hat auch bei uns eine Solidaritätswelle ausgelöst. Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt haben sich nach dem Vorfall auf viele Städte in den USA und auch in Europa ausgebreitet. Viele Sportler haben sich solidarisch mit dem Opfer gezeigt. In der deutschen Fußball-Bundesliga haben einige Spieler ihre Solidarität mit der Aufschrift „Justice for George Floyd“, auf ihren T-Shirts, ausgedrückt.

Dass Rassismus im Sport ein latentes Problem ist, ist nicht unbekannt. Immer wieder sorgen, vor allem beim Fußball, Spottgesänge und Beleidigungen von Spielern für Aufregung.

Doch es geht auch anders. Sport kann ein wirksames Instrument zur Förderung des sozialen Zusammenhalts sein. Fair Play, gegenseitiger Respekt und Toleranz sind beim Sport essenziell. Doch manchmal ist er auch ein Bereich, in dem Rassismus und Diskriminierung gedeihen kann. Nicht nur beim Fußball wurde das Problem erkannt und so gibt es unzählige Initiativen die sich gegen Rassismus und für ein besseres Miteinander, einsetzen. Die Projekte „Rugby Opens Borders“ und „Skaid“ stehen exemplarisch für die vielen Initiativen die es für den Abbau von Vorurteilen und Rassismus gibt.

Rugby Opens Borders

Rugby ist, nach Fußball, der weltweit am häufigsten gespielten Mannschaftssport. Die Idee dahinter ist, junge Flüchtlinge und Migranten zum Teil der globalen Rugby-Gemeinschaft zu machen. Neben den wöchentlichen Trainings fördern soziale Aktivitäten und teambildende Maßnahmen wie Workshops, Exkursionen und Feste das Ziel, Grenzen aufzulösen und jungen Flüchtlingen eine Teilhabe an der österreichischen Gesellschaft zu ermöglichen.

Rugby Opens Borders-Teilnehmer beim Fairnesslauf in Wien (Bild: Leonardo Ramirez Photography)

Die ursprüngliche Initiative stammt von der Rugby Union Donau Wien. Ausgehend vom Trendsportzentrum im Wiener Prater, startete das Projekt im Sommer 2015 und wird mittlerweile auch vom Stade Rugby Club Wien und vom Rugby Club Innsbruck unterstützt.

Bereits im ersten Jahr gelang es 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an den Sport heranzuführen. Einige davon haben es auch in renommierte österreichische Rugby Clubs geschafft. Diese wurden zu „Rugby Opens Borders-am-Bassadoren“ ernannt und unterstützen seither die Projektleitung bei der Entscheidungsfindung und der Rekrutierung neuer Spieler.

Sie geben die Werte und Ideale des Projekts und des Rugby als Sportart weiter. Als bisherigen Höhepunkt sehen die Initiatoren die Teilnahme eines Teams an den United World Games.

SKAID – Sport verbindet

Unter dem Motto „Skateboarden für ein besseres Miteinander“, wurde 2017 das Projekt Skaid geboren. Durch den gemeinsamen Sport kommen die Menschen spielerisch und ungezwungen in Kontakt. Skaten wirkt identitätsstiftend. Die Teilnehmer sollen sich sagen „Ich bin ein Skater“, anstatt sich mit den Stereotypen von Flüchtling, Ausländer, Waise oder Sonstigem gleichzusetzen. Innerhalb des Projekts wird aber nicht nur geskatet. Auch bei gemeinsamen Ausflügen, wie beispielsweise zum Skifahren, findet kultureller Austausch statt. Die Teilnehmer werden auch bei Fragen zu Arbeitsmarkt, kulturellen Irritationen oder sonstigem unterstützt.

In Österreich gibt es noch viele weitere Initiativen wie Rugby Opens Borders oder Skaid. Sie alle leben von dem freiwilligen Engagement vieler Menschen, die etwas verändern wollen. Sie alle bewirken auf ihre individuelle Art eine Verbesserung des Miteinander. Sport ist dazu wohl das beste Vehikel.

Weitere Informationen:
Rugby Opens Borders
Skaid – Sport verbindet
ARGE Sport & Integration
Integrationspreis Sport