Para Dance-Sport – Von Erfolg zu Erfolg möglicherweise Richtung Olympia 2028 in Los Angeles

Der Para Dance-Sport zeigte sich in Bonn bei der Weltmeisterschaft mit einem 5. und 6. Platz durch Sanja Vukasinovic und einem 11. Platz durch Sabrina Gostner wieder einmal von seiner besten Seite. Es bestehen also sehr gute Voraussetzungen, um von zukünftigen weiteren großen Erfolgen auf internationalem Niveau träumen zu dürfen.

Von Ludwig Hofer

Der Para Dance-Sport wird in Österreich in den 5 Bundesländern Salzburg, Kärnten, Tirol, Wien und Oberösterreich angeboten und erfährt zunehmender Anerkennung. Denn seit 2008 nimmt Österreich international an Wettkämpfen in dieser Sportart teil, und es gab seit 2010 noch keine Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft, an der nicht österreichische Athletinnen zumindest im Finale waren. Zusätzlich steht der Para Dance-Sport noch unter Beobachtung des Internationalen Paralympischen Commitees hinsichtlich Olympia-Qualifizierung für 2028 in Los Angeles.

Sabrina Gostner bei ihrer Performance in Bonn (Bild: Kerstin Govekar)

Der letzte große Erfolg wurde im Rahmen der IPC-Weltmeisterschaften eingefahren, welche von 30.11. bis 01.12.2019 im deutschen Bonn stattfanden. Das österreichische Nationalteam war mit Sanja Vukasinovic und Sabrina Gostner am Start. Am ersten Tag stellten sie sich dem hochkarätigen Feld von 29 Damen aus 26 Nationen. Dort beendete Sabrina Gostner mit dem 11. Platz diesen Wettkampf und Sanja Vukasinovic wurde schlussendlich Fünfte. Am Sonntag startete Sanja Vukasinovic erneut, diesmal im Single Women Freestyle und erreichte im Finale schließlich den 6. Platz.

Um solche Erfolge einzufahren, braucht es eine Infrastruktur, ein ausgezeichnetes Stammpersonal und viel Training.

Vor zehn Jahren wurde in Österreich damit begonnen, die Infrastruktur und ein Stammpersonal in Österreich aufzubauen. In Österreich gibt es über den ÖBSV mit Kerstin Govekar eine Beauftragte für diesen Sport. Ihr Ehemann Diethard Govekar ist der Bundestrainer (und IPC-Wertungsrichter) dieser Sportart. Beide haben einen Vollzeitjob und managen den Sport ehrenamtlich. Die einzelnen Bundesländervereine koordinieren sich zentral über die Wheelchair Dance Sport Federation Austria, um international mit einer Stimme zu sprechen.

Das Training selbst und damit die Jahresplanung und die Trainingsintensitäten werden in den einzelnen Vereinen direkt beim Sportler festgelegt. So wurde die Wettkampf-Frequenz für die WM erhöht, indem das Team im vierten Quartal 2019 noch weitere Wettkämpfe in Russland, Taiwan und Polen absolvierte. Das generelle Training wurde ab Mitte des Jahres angepasst. So wurde auch an Wochenenden in verschiedenen Intensiv-Trainings mit unterschiedlichen Schwerpunkten trainiert.

Das spezielle am Tanztraining ist, dass es kein reines Choreografie-Training ist, sondern sich wie im “normalen Tanzsport” aus Basicfiguren, Posen und Bodymovements zusammensetzt, wobei alle Muskelgruppen trainiert werden. Natürlich steht an jedem Trainingsbeginn eine Aufwärmrunde auf dem Plan, um die Muskelgruppen gut aufzuwärmen.

Sanja Vukasinovic auf dem Weg zu einer Spitzenplatzierung (Bild: Kerstin Govekar)

In den Wettkämpfen selbst zählen dann nur noch die Bewertungskriterien wie Musik, Präsentation, Technische Fertigkeiten und der Schwierigkeitslevel.

Wettkämpfe, die laut jetzigen Wettkampfkalender schon im ersten Halbjahr 2020 in Holland, Italien, Deutschland und Polen wieder stattfinden werden. Wenig Zeit zum Ausschnaufen! Den Auftakt gab im Februar ein Kadertrainingslager.

In Summe also zeichnet sich ein erfreuliches Bild, dass Österreich durch den Para Dance-Sport im Behindertensport nicht nur national gut aufgestellt ist, sondern auch international als Vorbild dienen kann.

Im Falle einer Entscheidung durch das Internationale Paralympische Commitee für 2028 in Los Angeles, den Para Dance-Sport als olympische Disziplin anzuerkennen, ist Österreich also bereits bestens aufgestellt.

Mit Spannung wird die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Commitees erwartet!

Laut Kerstin Govekar ist ein Ziel eines jeden Sportlers, bei den Paralympics für sein Land anzutreten oder gar gewinnen zu können. Im Rahmen der Jugend und Nachwuchsarbeit, möglich ab 13 Jahren, werden aktuell hierzu also bereits die möglichen zukünftigen Olympioniken trainiert.