Jugger – auf in den Kampf!

Bei Jugger duellieren sich zwei Mannschaften mit dem Ziel, den Ball (Jugg) in das gegnerische Mal (eine Art Nest) zu befördern. Um das zu verhindern, sind die Spieler mit gepolsterten Spielgeräten (Pompfen) ausgestattet. Wird ein Gegner von einer Pompfe “abgetippt”, muss er für kurze Zeit pausieren. Als Vorlage für die technisch anspruchsvolle Sportart dient ein Science Fiction Film aus dem Jahr 1989.

Inspiriert wurde Jugger durch den dystopischen Endzeitfilm „Die Jugger – Kampf der Besten“. Hier treten Juggermannschaften verschiedener Dörfer gegeneinander an, um in die privilegierte „Liga“ aufgenommen zu werden. Eine Mannschaft bestehend aus drei Schlägern, einem Verteidiger und einem Läufer gewinnt, sobald der Läufer den Hundeschädel im gegnerischen Mal auf einen Zielstab aufspießt. Rund vier Jahre nach der Veröffentlichung des Films wurde der fiktive Sport in einen realen Sport umgewandelt und begann sich besonders in Deutschland zu verbreiten. Das erste Turnier mit internationaler Beteiligung fand 2007 in Hamburg statt.

Regeln

Bei Jugger stehen sich zwei Teams mit jeweils fünf Spielern (vier Pompfer und ein Läufer) gegenüber. Die wichtigste Rolle übernimmt der Läufer, der alleine dazu berechtigt ist, den Ball (Jugg) mit den Händen zu berühren und im gegnerischen Mal unterzubringen. Die anderen vier Feldspieler (Pompfer) sind mit verschiedenen Schaumstoffstäben (Pompfen) ausgerüstet, mit denen sich die die Kontrahenten harte Zweikämpfe liefern, um den Weg für ihren Läufer frei zu machen. Sobald ein Spieler getroffen wird, muss er sich hinknien und ist für eine gewisse Zeit vom Spiel ausgeschlossen. Bei einem Treffer einer Nahkampfpompfe muss man 7,5 Sekunden aussetzen, bei der Fernkampfpompfe (Kette) sind es zwölf Sekunden. Die Spielgeräte dürfen nicht nur zum Berühren der Gegner, sondern auch für das Spielen des Balles verwendet werden. Oft lassen sich die Vereine vom Film inspirieren und stellen den Ball selbst in Form eines Hundeschädels aus Schaumstoff her. Grundsätzlich besteht eine Partie aus zwei Halbzeiten zu jeweils zweieinhalb Minuten. Da die Zeit aber nur während eines Spielzuges läuft, dauern die Spiele deutlich länger als fünf Minuten. Eine weitere Variante ist die Punktebegrenzung, bei der es auf zwei gewonnene Sätze zu jeweils fünf Punkten geht. Nach jedem Punkt stellen sich die Mannschaften hinter ihrer Grundlinie auf und sprinten nach dem Startsignal „3,2,1, – Jugger!“ los, um den in der Mitte des 40 x 20 m großen Feldes platzierten Jugg zu erobern. Da jeder Spieler selbst anzeigen muss, wenn er getroffen wird, spielt Ehrlichkeit und Fairness eine wichtige Rolle. Jugger ermöglicht Frauen und Männern Seite an Seite zu kämpfen und Kommunikation und Teamwork sind wichtige Erfolgsfaktoren.

Die Pompfen

Die vollständige Jugger-Ausrüstung. Copyright: JuggerParis/Wikimedia

Für die Pompfer stehen fünf verschiedene Pompfen zur Auswahl, die alle ihre Stärken und Schwächen aufweisen. Meistens werden die ungefährlichen Spielgeräte von den Spielern selbst angefertigt.

Mit dem 1,80 m langen Stab, bei dem die Griffflächen relativ weit auseinanderliegen, kann besonders viel Kraft übertragen werden. Während er beispielsweise bei Drückduellen von Vorteil ist, darf mit ihm im Gegensatz zu den anderen Pompfen nur geschlagen und nicht gestochen werden.

Die 1,40 m lange Langpompfe ähnelt einem Fechtschwert und hat seine Stärken im Offensivspiel.

Durch seine zwei Schlagflächen kann der Q-Tip vielseitig eingesetzt werden. Das Beherrschen des 2 m langen Stabes erfordert jedoch einiges an Übung.

Auch ein Schild (0,6 m Durchmesser) zum Blocken gegnerischer Angriffe kann in Kombination mit einem Kurzpompf (0,85 m) verwendet werden.

Aufgrund ihrer großen Reichweite (3,20 m) ist die Kette, an deren Ende ein Ball befestigt ist, eine besonders effektive Pompfe. Pro Team darf sie jedoch nur ein Spieler verwenden.

In Österreich gibt es bislang mit Jugger Vienna, Jugger Linz, Jugger Stockerau und den Grazer Jugger Panthers vier Jugger-Vereine. Auch in Tirol soll in Zukunft ein Club entstehen. Da in der Schweiz und insbesondere in Deutschland bereits zahlreiche Vereine gegründet wurden, ist das langfristiges Ziel der Aufbau einer zentraleuropäischen Jugger-Liga.

Der älteste und größte Jugger Verein Österreichs Jugger Vienna veranstaltet derzeit jeden Sonntag von 15:00 bis 18:00 ein Training auf der Donauinsel. Neue Gesichter sind immer gerne gesehen und ein erstes Schnuppern ist kostenlos.

Vereine in Österreich
Jugger-Highlights im Video