I AM INVICTUS

2014 rief der britische Prinz Harry die Invictus Games ins Leben. Ein sportlicher Wettkampf für Menschen mit körperlichen und seelischen Verletzungen. „Invictus“ bedeutet „unbesiegt“ und steht für den Kampf um diese Menschen und ihre Wiedereingliederung in ihre Familien und in unsere Gesellschaft. 2021 finden die Spiele in Den Haag statt.

Kaum jemand von uns kann sich vorstellen was Soldaten im Kampf erleben. Krieg, und die damit verbundenen Gefahren liegen, für unsere an Frieden und Wohlstand gewöhnte Gesellschaft, so fern. Doch es gibt ihn und Soldatinnen und Soldaten erleiden im Einsatz Verwundungen, die ihr Leben für immer verändern. Nicht jede dieser Verletzungen ist sichtbar. Körperliche Wunden heilen, doch die verletzte Seele heilt oft lange nicht. Viele Soldaten leiden nach ihrem Einsatz an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS).

Sport und Spiel kann dabei helfen, die Symptome von PTBS zu lindern

Im Jahr 2013 wurde Prinz Harry eingeladen, die Warrier Games, zu eröffnen. Dieses Multisport-Event für verwundete, verletzte und kranke Soldaten und Veteranen wird seit 2010 jedes Jahr vom US-Verteidigungsministerium abgehalten. Harry, damals selbst noch Soldat, war beeindruckt von der Kraft des Sports und der positiven Auswirkungen auf den körperlichen, geistigen und seelischen Zustand der Soldaten. Der Besuch inspirierte ihn dazu, solche Spiele auch länderübergreifend zu veranstalten. Die Invictus Games waren geboren.

Das Erfolgsgeheimnis dieser Spiele ist die Erkenntnis, dass die psychische Gesundheit der eigentliche Schlüssel zur Genesung ist

Prinz Harry

„Invictus“ bedeutet „unbesiegt“. Es verkörpert den Kampfgeist des verwundeten, verletzten und kranken Soldaten und verkörpert, was diese hartnäckigen Männer und Frauen nach einer Verletzung erreichen können. Bei den Invictus Games geht es um viel mehr als nur um Sport – sie fesseln die Herzen, fordern den Verstand heraus und verändern das Leben. „Das Erfolgsgeheimnis dieser Spiele ist die Erkenntnis, dass die psychische Gesundheit der eigentliche Schlüssel zur Genesung ist“, sagt Prinz Harry über die Invictus Games.

Durch die Kraft des Sports und der mit den Wettkämpfen verbunden Perspektive, wird es den Teilnehmern ermöglicht, wieder mit Familie und Freunden, mit der Arbeitswelt, mit körperlicher oder geistiger Fitness in Kontakt zu kommen. Verwundete Soldaten fühlen sich, aufgrund ihrer fehlenden Einsatztauglichkeit, oft nutzlos. Durch das Training und den Wettkampf werden sie wieder zum Teil eines Teams und bekommen auch das Gefühl ihrem Land wieder dienen zu können.

Jen Warren, Kelly Elmlinger und Gabby Graves-Wake bei der Medaillenzeremonie während der Invictus Games 2017 im York Lions Stadium in Toronto (Bild: DoD/Sgt. James K. McCann/U.S. Army).

Die Sportarten sind den Möglichkeiten der Athleten angepasst. Sie umfassen die Disziplinen Leichtathletik, Bogenschießen, Hallenrudern, Gewichtheben, Straßenradrennen, Sitzvolleyball, Schwimmen, Rollstuhlbasketball und Rollstuhlrugby.

Mit der Unterstützung des Organisationskomitees der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 und dem britischen Verteidigungsministerium war es innerhalb kurzer Zeit möglich, im September 2014 die ersten Invictus Games in London abzuhalten. 300 Athleten aus 13 Ländern nahmen teil. In neun Disziplinen traten die Sportler zum friedlichen Wettkampf an. Zwei Jahre später trafen sich die Invictus Sportler in Orlando und im Folgejahr in Toronto. Die Zahl der teilnehmenden Länder war inzwischen auf 17 angewachsen. Im Jahr 2018 fanden die Spiele im australischen Sydney statt. Im Mai 2020 hätten die Spiele wieder in Europa, im niederländischen Den Haag, stattfinden sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden sie aber auf das Jahr 2021 verschoben. Das Gleiche gilt vermutlich auch für die folgenden Invictus Games die 2022 in Düsseldorf geplant sind.

Österreichische Soldatinnen und Soldaten haben noch nicht an den Invictus Games teilgenommen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Österreich, nach offizieller Diktion, keine Soldaten mit einer Einsatzschädigung hat.