Ein Blick auf den Trendsport Mountainbiken

Mountainbiken ist eine aufstrebende Sportart mit einer Vielzahl an Disziplinen. Das Land der Berge Österreich ist für diese Sportart prädestiniert und daher auch ein beliebter Schauplatz für diverse Mountainbike-Großereignisse. (Titelbild: © Copyright pxhere)

Nachdem in den frühen 1980ern die ersten Mountainbike-Events in Kalifornien (USA) stattfanden, gewann die Sportart schnell an Popularität. 1990 wurde in Durango (USA) die erste offizielle Weltmeisterschaft unter dem internationalen Fahrradverband (UCI) ausgetragen. Vier Jahre später feierte Mountainbiken, genauer gesagt die Disziplin Cross-Country, seine Premiere bei den Olympischen Spielen in Atlanta. Bis heute ist Cross-Country als einziger Mountainbike-Bewerb bei Olympia vertreten.

Disziplinen

Im Cross Country-Bewerb absolvieren die Athleten mehrere Runden eines Kurses, der unter anderem über Wald-, Feld-, Wiesen- und Kieswege führt. Dabei erwarten die Fahrer herausfordernde Abfahrten, Steigungen und diverse Hindernisse. In der Olympia-Variante beträgt die Länge des Kurses vier bis sechs Kilometer. Cross Country wird außerdem auch als Marathon (Strecke zwischen 60 und 160 Kilometern) und Eleminator (Sprintrennen auf einem 500 bis 1000 Meter langen Kurs) ausgetragen.

Beim Mountainbiken kann man die Natur in all ihren Facetten genießen. © Copyright pxhere

In der Disziplin Four Cross liefern sich jeweils vier Teilnehmer packende Duelle in einem herausfordernden Parcours, in dem zahlreiche Hindernisse, wie Steilkurven und Sprünge, zu überwinden sind.

Zwischen vier und acht verschiedene Läufe, die auf einen oder zwei Tage aufgeteilt werden und am Ende eine Gesamtzeit ergeben, sind im Enduro-Bewerb zu absolvieren. Insgesamt sind die Fahrer pro Tag zwischen vier und sieben Stunden am Mountainbike unterwegs.

Auch auf Schneepisten ist das Mountainbike seit 2018 zu Hause. In der Disziplin Alpine Snow Bike müssen die Fahrer auf einem steilen Hang Tore durchfahren.

In diesem Jahr geht auch der erste UCI E-Mountain Bike Cross Country-World Cup über die Bühne. Ein elektronischer Motor unterstützt dabei die Fahrer beim Treten der Pedale. Das erste und bislang einzige Saisonrennen fand Anfang März in Monaco statt. Im vergangenen Jahr wurde in Kanada bereits die erste Weltmeisterschaft ausgetragen.

Ein weiterer Neuling im Mountainbike-Sport ist die Disziplin Pump Track. In diesem Rennformat treten die Fahrer auf einer asphaltierten Strecke, die durch zahlreichen Hügel und Steilkurven gekennzeichnet ist, gegeneinander an. Im Vorjahr fand in der Schweiz die erste offizielle Weltmeisterschaft statt, nachdem der Bewerb 2019 beim UCI in die Mountainbike-Sparte aufgenommen wurde.

Ähnlich rasant wie die Abfahrt im Skisport läuft der Downhill-Bewerb beim Mountainbiken ab. Die Fahrer treten gegen die Zeit an und stürzen sich einen steilen Hang auf schwierigstem Gelände hinunter. Dabei erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h.

Im Downhill-Bewerb sind Mut und Überwindung gefragt. © Copyright pxhere

Österreichs Topathleten im Mountainbike-Sport

Zu Österreichs größten Radsport-Talenten zählt definitiv Laura Stigger, die in den letzten Jahren im Nachwuchsbereich für Aufsehen sorgte. Neben zwei Weltmeister- und fünf Europameistertiteln im Cross-Country überraschte sie alle bei der UCI-Straßen-Weltmeisterschaft in Innsbruck. Bei ihrem erst zweiten Straßenrennen kürte sie sich prompt zur Juniorenweltmeisterin. Ihre Erfolge blieben nicht unbemerkt und im Alter von nur 17 Jahren wurde sie bereits zu Österreichs Radsportlerin des Jahres 2018 gewählt. Die Coronavirus-Pause kommt der mittlerweile 19-Jährigen derzeit entgegen, da sie sich zu Hause beim Stiegenlaufen am Knöchel verletzt hat und pausieren muss. Ihr nächstes großes Ziel sind die Olympischen Sommerspiele in Tokio, die aufgrund der Corona-Krise auf 2021 verschoben wurden. In der Cross Country-Wertung der Männer ist derzeit Karl Markt der am besten platzierte Österreicher (24.). Vor der Zwangspause zeigte er mit einem Sieg in Zypern auf.

Auch im Downhill-Bewerb mischt mit dem amtierenden Staatsmeister David Trummer ein Österreicher ganz vorne mit. Im Vorjahr eroberte er bei der Downhill-Europameisterschaft in Portugal Bronze. Bei den Damen startete die erst 19-jährige Valentina Höll 2019 richtig durch. Im Juniorenbereich dominierte die Salzburgerin den Downhill-Bewerb nach Belieben und wurde unter anderem Juniorenweltmeisterin. Auch in der Elite gelang ihr ein toller Einstand – bei zwei Antritten belegte sie jeweils den 2. Platz.

Österreich verfügt im Four Cross-Bewerb sowohl bei den Damen als auch bei den Herren über einen Topfahrer. Der 31-jährige Hannes Slavik und Vanessa Kager, die mit ihren 19 Jahren eine der Jüngsten im Teilnehmerfeld ist, mischen in der Weltelite mit und belegten bei der Weltmeisterschaft 2019 in Italien jeweils den 7. Platz.

In der Marathon-Serie, in der dieses Jahr noch keine Rennen stattfanden, sorgten die beiden Österreicher Alban Lakata und Daniel Giesmayr in der Vergangenheit für Spitzenplätze. Trotz ihres Alters von 47 Jahren ist Sabine Sommer immer wieder für ein Topergebnis gut. Ihren letzten Sieg ergatterte sie beim Mátra Mountain Bike Marathon im September 2019.

Großereignisse müssen verschoben werden

Von 14. bis 17. Mai 2020 hätte in Stattegg bei Graz bereits zum zweiten Mal die Mountainbike Cross-Country-EM stattfinden sollen. Jedoch muss sie ebenso wie die Cross Country-WM in Albstadt (Deutschland), die ursprünglich Ende Juni hätte stattfinden sollen, auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden. Lediglich Saalfelden Leogang (Salzburg) kann noch auf eine planmäßige Austragung der Downhill- und Pump Track-Weltmeisterschaft von 4. bis 6. September hoffen. 

Derzeit sind die meisten öffentlichen Mountainbike-Strecken, wie zum Beispiel die beliebten Trails im Wienerwald, aufgrund der Corona-Verordnung noch gesperrt. Bei Gruppenfahrten kann der nötige Abstand nur schwer eingehalten werden und schwere Stürze sollen vermieden werden, um das strapazierte Gesundheitssystem zu schonen.