Die Erfindung der Ballwurfmaschine

Dass technische Innovationen zur Steigerung der Leistung beitragen, ist unbestritten. Ein durchaus amüsanter Blick in die Vergangenheit zeigt, dass solche Innovationen auch Gefahren in sich bergen können.

Wir schreiben das Jahr 1897. Während in Wien Frauen erstmals als ordentliche Hörerinnen an der Philosophischen Fakultät der Universität zugelassen werden, beschäftigt sich ein Professor an der amerikanischen Princeton Universität mit weitaus bodenständigeren Dingen. Um die Leistungen des universitären Baseball-Teams zu verbessern, erfindet der aus Großbritannien stammende Professor Charles Howard Hinton die Luftballenflinte, oder besser gesagt, eine automatische Ballwurfmaschine.

Der Prototyp der Ballwurfmaschine. (Bild: Wikipedia/Public Domain)

Das „interessante Blatt“ beschrieb im Juli 1897 die Wurfmaschine folgendermaßen: „Der neue Apparat besteht aus einer etwas unförmlichen Flinte, welche mit einer sehr schwachen Pulverladung geladen wird. In dem Schafte dieser Flinte ist das Pulver so eingeteilt, dass man mit dem Apparat hundert Ballen werfen kann, ohne zu laden, und dass die Geschwindigkeit, mit der der Ballen geworfen wird, nicht allzu groß ist, so dass kein Malheur geschehen kann.

Die Einsatz der ersten Ballwurfmaschine erforderte viel Mut, sowohl vor als auch hinter der Apparatur. (Bild: Das Interessante Blatt, 1897)

Die Schwierigkeit, die Professor Hinton zu überwinden hatte, lag darin, dass es sehr schwer ist, eine Kugel durch mechanische Kraft so zu werfen, dass sie mit derselben Kraft und mit derselben Biegung fliegt, wie wenn sie von Menschenhand geworfen wäre; der Effekt bei dem Hinton‘schen Apparat wird nun dadurch erzielt, dass die Kugel über bewegliche Spiralen geht, die in dem Lauf der Flinte angebracht sind, und welche der durch das Pulver bei der Explosion fortgetriebenen Kugel die Richtung geben und gleichzeitig hindern, dass die Anfangsgeschwindigkeit der Kugel eine zu große ist. Gleichzeitig wird durch eine Schraubevorrichtung verhindert, dass die Explosion des Pulvers zu stark ausfällt. Das Abfeuern der Ballenflinte erfolgt auf elektrischem Wege und kann so eingerichtet werden, dass man auch auf eine Entfernung das Entladen vornehmen kann.“

Trotz aller Vorsicht ließen sich Malheure nicht verhindern. Da die Ballflinte mit Schießpulver betrieben wurde, barg sie große Gefahren. Unfälle und verletzte Sportler häuften sich und zwangen den Erfinder Hinton sogar zur Flucht aus Princeton.

Nach Hintons gescheiterter Erfindung gab es über 50 Jahre lang keine Innovation bei den Wurfmaschinen. Erst 1952 erfand der Baseball-Innovator Paul Giovagnoli die Arm-Style-Pitching-Maschine, eine der wenigen Arten von Pitching-Maschinen die auf dem heutigen Markt noch existieren.

Trotz des Scheiterns der ursprünglichen Erfindung ist heute das Training mit einer Pitching-Maschine durchaus üblich und erfüllt genau die Zwecke die schon Hinton erreichen wollte: Beständiges Üben, kontrollierte Würfe und die Möglichkeit zum Einzeltraining.